Google Business Profil einrichten – Schritt für Schritt
Für lokale Betriebe ist das Google Unternehmensprofil oft wichtiger als die eigene Website – es entscheidet, ob Sie in der Karte und in „Betrieb in der Nähe“-Suchen auftauchen. Hier richten Sie es Schritt für Schritt richtig ein.
Was ist das Google Unternehmensprofil – und warum es so wichtig ist
Das Google Unternehmensprofil (früher „Google My Business“) ist Ihr kostenloser Eintrag, der bei Google rechts neben den Suchergebnissen und in Google Maps erscheint: mit Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos, Bewertungen und Route.
Für einen lokalen Betrieb ist dieser Eintrag oft der erste Kontaktpunkt überhaupt – noch vor der Website. Wer in Wilhelmshaven „Tischler in der Nähe“ oder „Restaurant Jadebusen“ sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Betrieben. Stehen Sie dort nicht drin, existieren Sie für diese Suche praktisch nicht.
Die gute Nachricht: Das Profil ist gratis, und ein gepflegtes Profil schlägt regelmäßig die größere, aber vernachlässigte Konkurrenz.
In 6 Schritten zum fertigen Profil
- Profil anlegen oder beanspruchen. Gehen Sie auf google.com/business und melden Sie sich mit einem Google-Konto an (am besten ein geschäftliches, nicht Ihr privates). Suchen Sie Ihren Betrieb – existiert er schon (z. B. von Google automatisch angelegt), beanspruchen Sie ihn. Sonst legen Sie ihn neu an.
- Name & Kategorie wählen. Tragen Sie den Betriebsnamen exakt so ein, wie er offiziell heißt – keine Zusätze wie „bester Tischler Wilhelmshaven“. Die Hauptkategorie ist entscheidend fürs Ranking: Wählen Sie die treffendste (z. B. „Tischlerei“, „Italienisches Restaurant“, „Physiotherapie“). Weitere passende Kategorien können Sie ergänzen.
- Standort oder Einzugsgebiet festlegen. Mit Ladenlokal/Praxis: Adresse eintragen (sie erscheint auf der Karte). Ohne Kundenverkehr vor Ort (z. B. Handwerker, der rausfährt): Adresse ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben – etwa Wilhelmshaven, Schortens, Sande, Jever.
- Kontaktdaten & Website. Telefonnummer und Website-Adresse eintragen. Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefon exakt mit Ihrer Website übereinstimmen (man nennt das NAP-Konsistenz – Google gleicht das ab).
- Verifizieren. Google muss prüfen, dass der Betrieb Ihnen gehört (siehe nächster Abschnitt). Ohne diesen Schritt bleibt das Profil eingeschränkt.
- Profil vollständig ausfüllen. Öffnungszeiten, eine ehrliche Beschreibung, Ihre Leistungen, und – besonders wichtig – echte Fotos von Betrieb, Team und Arbeit. Profile mit guten Fotos bekommen deutlich mehr Klicks und Anfragen.
Verifizierung: die Optionen
Je nach Betrieb bietet Google unterschiedliche Wege an – Sie können meist nicht frei wählen, welcher angeboten wird:
- Telefon oder SMS – Code wird direkt durchgegeben, oft in Sekunden erledigt.
- E-Mail – Bestätigungslink, ebenfalls schnell.
- Postkarte – ein Code kommt per Post an die hinterlegte Adresse (einige Tage bis ~2 Wochen). Tippen Sie ihn ein, fertig.
- Video – ein kurzes Video, das Ihren Standort/Betrieb zeigt; wird zunehmend verlangt.
Erst nach der Verifizierung ist Ihr Profil voll sichtbar und alle Funktionen sind frei.
Die häufigsten Fehler
- Falsche oder zu allgemeine Kategorie. „Geschäft“ statt „Tischlerei“ kostet Sichtbarkeit für genau die Suchen, die zählen.
- Keywords im Namen. „Müller – Webdesign Wilhelmshaven günstig“ verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen. Nur der echte Name.
- Keine oder veraltete Fotos. Ein Profil ohne Bilder wirkt verwaist – und verliert gegen den Wettbewerber mit echten Eindrücken.
- Öffnungszeiten nicht gepflegt. Falsche Zeiten an Feiertagen ärgern Kunden und kosten Vertrauen.
- Bewertungen ignorieren. Wer nie antwortet, verschenkt das stärkste Signal überhaupt.
Mehr – und bessere – Bewertungen bekommen
Bewertungen sind nach der Kategorie der größte Hebel für lokales Ranking und für Vertrauen. So kommen Sie an mehr:
- Aktiv fragen, am besten direkt nach erledigter Arbeit, wenn die Zufriedenheit am größten ist.
- Die Hürde senken: ein kurzer Link oder QR-Code direkt zur Bewertungsseite (Google stellt dafür einen Link bereit).
- Auf jede Bewertung antworten – freundlich und konkret, auch auf Kritik. Das zeigt anderen, dass hinter dem Betrieb ein Mensch steht.
Niemals Bewertungen kaufen oder erfinden – Google erkennt das und straft es ab.
Pflege: ein lebendiges Profil rankt besser
Ein Profil ist kein „einmal anlegen und vergessen“. Aktualisieren Sie Öffnungszeiten, laden Sie hin und wieder neue Fotos hoch, nutzen Sie Beiträge für Aktuelles und beantworten Sie Fragen im Q&A-Bereich. Schon wenige Minuten im Monat halten das Profil sichtbar.
Lieber abgeben?
Das Einrichten schafft jeder selbst – es kostet vor allem Zeit und Sorgfalt bei Kategorie, Fotos und Verifizierung. Wenn Sie das lieber in einem Rutsch sauber aufgesetzt haben möchten (inklusive passender Kategorien, echter Fotos und einer Bewertungsstrategie), übernehme ich das gern als Teil meiner Arbeit für Betriebe aus der Region.
Häufige Fragen
Kostet ein Google Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Anlegen und Pflegen des Profils ist komplett kostenlos. Geld kostet nur optionale Werbung (Google Ads) – die brauchen Sie für ein gutes Profil aber nicht.
Heißt es jetzt Google My Business oder Unternehmensprofil?
Beides meint dasselbe. Google hat „Google My Business“ in „Google Unternehmensprofil“ (englisch: Google Business Profile) umbenannt. Verwaltet wird es heute direkt in der Google-Suche und in Maps.
Wie lange dauert die Verifizierung?
Per Telefon oder E-Mail oft sofort bis wenige Minuten. Die Postkarte mit dem Code braucht in der Regel einige Tage bis rund zwei Wochen. Erst nach der Verifizierung ist Ihr Profil voll sichtbar und bearbeitbar.
Brauche ich überhaupt eine Website, wenn ich ein Google-Profil habe?
Das Profil macht Sie auffindbar – die Website schafft Vertrauen und Tiefe. Am stärksten wirken beide zusammen: Das Profil bringt Menschen zu Ihnen, die Website überzeugt sie. Mehr dazu im Beitrag „Brauche ich als Handwerker eine Website?“.
Wie bekomme ich mehr Bewertungen?
Aktiv und persönlich danach fragen – am besten direkt nach erledigtem Auftrag. Ein kurzer Link oder QR-Code zur Bewertungsseite senkt die Hürde enorm. Und: auf jede Bewertung antworten, auch auf kritische.