Wenn Kunden die KI fragen – wie Ihr Betrieb dort vorkommt
„Kannst du mir einen Tischler in Wilhelmshaven empfehlen?“ – diese Frage stellen Menschen inzwischen nicht nur Google, sondern auch ChatGPT oder Gemini. Manche Betriebe werden dabei genannt, andere nie. Das ist kein Zufall, aber es ist auch keine Technik, die man kaufen kann. Was Sie tun können, ist überschaubarer, als die meisten denken.
Was sich gerade ändert
Ein Teil der Suche verlagert sich. Wer früher „Tischler Wilhelmshaven“ bei Google eingegeben und sich durch die Treffer gearbeitet hat, fragt heute manchmal einen Assistenten – und bekommt statt einer Liste zwei, drei Namen mit einem Satz Begründung.
Für einen Betrieb ist das ein Unterschied ums Ganze. Bei einer Trefferliste stehen Sie vielleicht auf Platz sieben und werden trotzdem gefunden. In einer Antwort mit drei Namen kommen Sie vor oder nicht.
Wie groß dieser Teil der Suche schon ist, kann Ihnen niemand seriös sagen – die Anbieter veröffentlichen dazu wenig, und was kursiert, sind meist Schätzungen mit Verkaufsabsicht. Verlässlich ist nur: Es passiert, und es kostet Sie nichts, darauf vorbereitet zu sein.
Wie ein Assistent zu seiner Antwort kommt
Hier liegt das häufigste Missverständnis. Viele nehmen an, so ein System habe „das Internet gelernt“ und gebe aus seinem Gedächtnis wieder, was es über Ihre Branche weiß.
Bei allgemeinen Fragen stimmt das ungefähr. Bei einer Frage nach einem Betrieb in Wilhelmshaven aber schauen die gängigen Assistenten in aller Regel im Moment der Frage nach – sie führen eine Suche durch, lesen ein paar Seiten und fassen zusammen. Sie erinnern sich also weniger, als dass sie nachschlagen.
Das ist die gute Nachricht: Was heute im Netz über Sie steht, kann morgen in einer Antwort auftauchen. Sie müssen nicht darauf warten, dass irgendein System Sie irgendwann lernt.
Und es erklärt, warum manche Betriebe nie vorkommen. Wer nachschlägt, findet nur, was auffindbar ist.
Warum ein Betrieb gar nicht auftaucht
Drei Gründe sehe ich immer wieder, und alle drei haben nichts mit Technik zu tun.
- Es gibt zu wenig. Kein Unternehmensprofil, eine Website mit drei Sätzen, kein Eintrag in einem Verzeichnis. Wer nachschlägt, findet nichts, das er wiedergeben könnte.
- Die Angaben widersprechen sich. Die alte Adresse steht noch in zwei Portalen, die Telefonnummer im Profil ist eine andere als auf der Website, der Betriebsname mal mit, mal ohne Zusatz. Wer aus widersprüchlichen Quellen eine Antwort bauen soll, lässt den Fall lieber weg.
- Es steht nicht da, was Sie tun. „Ihr Partner rund ums Haus“ sagt einer Maschine nichts – und einem Menschen ehrlich gesagt auch nicht. „Fenster, Türen und Innenausbau in Wilhelmshaven und Umgebung“ schon.
Was Sie dafür tun können
Nichts davon ist neu, und genau das ist der Punkt. Es gibt keine eigene Technik für KI-Sichtbarkeit – es gibt nur dieselben Hausaufgaben, strenger genommen.
- Das Unternehmensprofil vollständig ausfüllen und verifizieren. Es ist die eine Stelle, an der Ihre Angaben nachweislich von Ihnen stammen. Wie Sie es einrichten, steht im Beitrag Google-Unternehmensprofil einrichten.
- Überall dieselben Angaben. Name, Adresse, Telefonnummer – Zeichen für Zeichen gleich, in jedem Verzeichnis, auf der Website, im Profil. Das ist stumpfe Arbeit für einen Abend und wirkt mehr als die meisten Kniffe.
- Alte Einträge aufräumen. Die frühere Adresse, das Portal, bei dem Sie sich vor sechs Jahren angemeldet haben. Was Sie nicht löschen können, sollten Sie wenigstens berichtigen.
- Auf der Website in normalen Sätzen schreiben, was Sie anbieten – die einzelnen Gewerke, den Umkreis, für wen Sie arbeiten. Wer eine Frage klar beantwortet, wird als Antwort verwendet.
- Nach Bewertungen fragen. Sie sind für Menschen wie für Maschinen ein Hinweis darauf, dass es den Betrieb wirklich gibt und dass jemand mit ihm zu tun hatte.
Was Sie nicht in der Hand haben
Ein Ratgeber, der nur Hebel aufzählt, verschweigt die Hälfte.
Sie entscheiden nicht, welche Quellen ein Assistent heranzieht. Sie können nicht nachsehen, warum Sie genannt wurden oder warum nicht – etwas Vergleichbares zur Search Console gibt es hier nicht. Dieselbe Frage kann zweimal hintereinander verschieden beantwortet werden, und was heute stimmt, kann nach dem nächsten Modellwechsel anders aussehen.
Deshalb ist Vorsicht angebracht, wenn Ihnen jemand „KI-Optimierung“ verkaufen will. Fragen Sie nach, woran der Erfolg gemessen werden soll. Wenn darauf keine klare Antwort kommt, ist auch keine da.
Der Selbsttest, den Sie heute machen können
Öffnen Sie einen der Assistenten und stellen Sie die Frage, die ein Kunde stellen würde: „Wer macht in Wilhelmshaven Badsanierungen?“ oder „Ich suche ein Restaurant in Jever mit regionaler Küche.“
Achten Sie auf drei Dinge: Werden Sie genannt? Stimmt das, was gesagt wird – Adresse, Telefon, Leistungen? Und woher kommen die Angaben, wenn Quellen angezeigt werden?
Wiederholen Sie es in ein paar Wochen. Das ist keine Messung, aber es ist mehr, als die meisten Betriebe über sich wissen – und wenn dort etwas Falsches über Sie steht, wollen Sie es lieber selbst zuerst gesehen haben.
Lieber abgeben?
Das meiste davon können Sie selbst erledigen: Profil ausfüllen, Angaben angleichen, alte Einträge berichtigen. Es kostet einen ruhigen Abend und kein Geld.
Mühsam wird es dort, wo alte Einträge in Portalen stehen, an die man nicht mehr herankommt, oder wenn die Website so gebaut ist, dass die Leistungen nirgends klar benannt sind. Beides lässt sich lösen, es dauert nur.
Wenn Sie das abgeben möchten: Ich arbeite von Wilhelmshaven aus und baue Websites für Betriebe in Friesland – dabei gehören saubere Angaben und ein vernünftiges Unternehmensprofil ohnehin dazu, weil eine Seite ohne beides nur halb gefunden wird. Was das insgesamt kostet, steht im Beitrag Was kostet eine Website?; was dabei entsteht, sehen Sie auf der Seite Webdesign Wilhelmshaven.
Häufige Fragen
Ersetzt die KI-Suche jetzt Google?
Danach sieht es nicht aus. Die Assistenten kommen dazu, sie lösen die Suche nicht ab – viele von ihnen greifen sogar selbst auf Suchmaschinen zu, um aktuelle Fragen zu beantworten. Für Ihren Betrieb heißt das: Sie brauchen nichts Neues aufzubauen. Was Sie für die Auffindbarkeit ohnehin tun, wirkt in beide Richtungen.
Kann ich mich irgendwo für KI-Antworten anmelden?
Nein. Es gibt kein Verzeichnis, in das man sich einträgt, und keine Schaltfläche, die einen Betrieb sichtbar macht. Wer Ihnen etwas anderes verkaufen will, sollte Ihnen zuerst erklären, wie er das technisch bewerkstelligt.
Warum nennt die KI meinen Wettbewerber und mich nicht?
Meist, weil über ihn im Netz mehr eindeutige Angaben stehen: ein vollständiges Unternehmensprofil, gleiche Kontaktdaten in mehreren Verzeichnissen, eine Website, die seine Leistungen benennt. Es kann auch schlicht daran liegen, dass Ihre Angaben sich widersprechen – etwa eine alte Adresse, die noch irgendwo im Netz steht.
Erfinden diese Assistenten auch Betriebe?
Ja, das kommt vor. Sie setzen mitunter Namen, Adressen und Telefonnummern zusammen, die so nicht zusammengehören. Deshalb lohnt es sich, gelegentlich selbst nachzufragen und zu prüfen, was über Sie ausgegeben wird – falsche Angaben über den eigenen Betrieb sind ärgerlicher als gar keine.
Muss ich meine Website technisch umbauen?
In den meisten Fällen nicht. Wichtiger als Technik ist, dass auf Ihrer Seite in normalen Sätzen steht, was Sie tun, für wen und in welchem Umkreis. Ein Text, den ein Mensch versteht, ist auch der Text, aus dem eine Maschine die richtigen Angaben zieht.